Können oder Glück?

Jungfischer angeln sich Lottopreise


Text und Video: Steff Aellig

Hast du das auch schon erlebt? Ihr steht zu zweit auf dem Boot und fischt auf Felchen oder Egli. Der Kumpel neben dir hat einen Biss nach dem anderen, während sich bei dir nichts rührt. Gar nichts. Liegt es an seinem Köder? Du benutzt den gleichen. An seiner hochwertigeren Rute? Das wäre ein Grund für eine Shoppingtour – auch wenn die letzte noch gar nicht so lange zurück liegt. An seiner Köderführung? Du schaust genauer hin und versuchst seine feinen Twists aus dem Handgelenk heraus zu imitieren. Oder ist es einfach Glück?

Geschirr tauschen, das ist die einzige Methode, um zu Antworten zu kommen. Mit guten Kumpeln geht das: Er nimmt deine Rute und du seine. Konzentriert weiterfischen. Ich hab’s gewusst: Er fängt auch mit meinem Tackle. Und ich mit seinem nichts. Doch Glück? Vielleicht.

Auch der Lottoabend mit den Jungfischern hat’s wieder einmal bewiesen: Das Glück auf unserer Welt ist ungleich verteilt. Da ruft doch immer wieder der gleiche Jungfischer «Lotto!», und am Ende des Tages ist seine Plastiktüte zu klein, um all die Köder zu fassen, die er als Preise angelt. Und andere Jungs bringen den ganzen Abend lang keine Linie hin auf ihrem Lottokarton. Ist das fair? Bei den Altfischern dasselbe Muster: Während sich beim einen die gewonnenen Weinflaschen aufreihen, dass man seinen Kopf dahinter kaum mehr sieht, lutscht der andere missmutig an den Mandarinenschnitzen rum und wartet, bis seine Nummern endlich aufgerufen werden. Ich zum Beispiel.

Und beim Lotto kann es ja wirklich nicht an der Köderführung liegen. Oder vielleicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

6 × = 30